Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

1981-2010 Museum of the Death March

Museum des Todesmarsches

1981 wurde gegenüber dem historischen Waldgelände ein kleines Museum eingeweiht. Dem Neubau musste das historische, inzwischen allerdings stark verfallene Hirtenhaus weichen, das den Kommandoführern der SS 1945 als Unterkunft gedient hatte. Das Museum des Todesmarsches war seit seiner Eröffnung Außenstelle der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen. Inhalt und Gestaltung der Ausstellung entsprachen der in der DDR herrschenden Doktrin des Antifaschismus. Neben Dokumenten und Aussagen von Zeitzeugen zum Todesmarsch standen allgemeine, auf die politische Auseinandersetzung der Gegenwart bezogene Aussagen. Regelmäßig fanden im Belower Wald Gedenkveranstaltungen statt, darunter auch die von allen DDR-Gedenkstätten bekannten ritualisierten Veranstaltungen zur Aufnahme in die gesellschaftlichen Organisationen.

 

Nach der deutschen Einheit

Auch nach der deutschen Einheit blieb das Todesmarschmuseum Außenstelle der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen und wurde 1993 Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Eine Expertenkommission zur Neukonzeption der Brandenburgischen Gedenkstätten hatte 1992 die Neugestaltung des Museums empfohlen, allerdings wurde zunächst nur die vorhandene Ausstellung überarbeitet. Anfang der 1990er Jahre wurden auf dem ehemaligen Lagerplatz der Häftlinge im Wald ca. 4.000 Fundstücke geborgen und von einigen der immer undeutlicher werdenden Spuren an den Bäumen Gibsabdrücke genommen.

 

Antisemitischer Brandanschlag im September 2002

In der Nacht auf den 6. September 2002 zerstörte ein neonazistischer Brandanschlag einen der beiden Ausstellungsräume des Todesmarschmuseums vollständig. Nur das rasche Eingreifen des Wachschutzes verhinderte Schlimmeres. Glücklicherweise wurden keine Originale zerstört. Außerdem wurde das Mahmal mit NS-Symbolen und antisemitischen Parolen beschmiert.

Der Anschlag war Teil einer ganzen Reihe von rechtsextremistischen und antisemitischen Aktionen gegen NS-Gedenkstätten. Die Täter konnten leider bis heute nicht ermittelt werden. Der Anschlag führte zu verschiedenen Protest- bzw. Solidaritätsveranstaltungen und zur Gründung eines Fördervereins. Die Gedenkstätte Todesmarsch ist seitdem Mitglied im Wittstocker Bündnis gegen Rechtsextremismus "Wittstock bekennt Farbe". Der betroffene Ausstellungsraum wurde mit Unterstützung verschiedener Gruppen aus der Region provisorisch saniert. Der Brandanschlag verstärkte die Notwendigkeit der Neugestaltung des Todesmarschmuseums.